Explore the serene and ornate interior of a historic cathedral with stained glass and detailed architecture.

God Stories

Schuld, Bekenntnis, Buße & Versöhnung

Heutzutage werden Wörter wie „Buße“ und „Schuld“ verpönt. Wir sollen uns von unsere Scham und Schuld befreien und nicht davon klein machen lassen. Keiner möchte das spüren. Es sei hinderlich. Und ja, ich stimme zu, dass es oft hinderlich sein kann. Meiner Meinung nach dürfen wir uns von den Fragen „Bin ich schuldig?“ oder „Soll ich Scham empfinden“ lösen und stattdessen uns die Frage stellen, „WEN bin ich schuldig?“ bzw. „vor WEM soll ich mich schämen?“. Denn auch „negative“ Emotionen wie Scham und Schuld haben ihren Platz in einer schönen und heilen Welt. Ein Thema vielleicht für einen anderen Beitrag.

Jahrelang quäl ich mich mit Gedanken von meiner Vergangenheit. Sachen, die ich schon als unschuldige 5-Jähriges Mädchen tat. Sachen, die ich lange weiter getan hab, bis ich selbst genug Disziplin sammeln konnte um es aufzuhören. Sachen, die ich weiterhin tat mit der Ausrede, „das kann Gott nicht so schlimm finden“, bis ich es wahrhaftig verstand. Naja wie gesagt, es war alles eine Entwicklung bis ich so weit kam zu akzeptieren, dass ich sehr lange in Sünde lebte. Ignorant, dennoch in Sünde. Ach ja…die süße Ignoranz. Nun gab es jedoch kein Zurück. Jetzt wusste ich es. Ich sprach persönlich mit Gott und sprach über meine Schuld und fühlte mich besser, aber noch begleitete mich dieses Gefühl.

Nun kam der Tag, wo ich im Flyer einer der Kirchen, die ich besuche, las, dass es ein Bußgottesdienst am Abend gibt. Jede Faser von mir wollte unbedingt hin. Ich wollte frei sein. Ich wollte Gott zeigen, dass ich meine Schuld bekenne, mich dem stelle und um Vergebung erneut zu bitten. Auch wenn ich katholisch bin, sind mir die Bräuche noch nicht alle bekannt da ich fast mein ganzes bisherige Leben davon entfernt aufwuchs.

Nun saß ich jedoch weit vorne in der Kirche und hörte mir die Predigt an. Ich bekam Tränen in den Augen, als es um Jesus und sein Tod am Kreuz dachte. Bekomme ich oft – es rührt mich sehr. Die Meiste Zeit jedoch überlegte ich, wie ich meine Sünden Gott erzählen möchte. Was total schräg ist, da Gott eh meine Gedanken besser kennt als ich. Naja, trotzdem wollte ich es gut vortragen. Dann kam die Zeit, wo wir alle nach einander nach vorne gehen durften und vor dem Priester beichten durften.  Ohje.

Ich stand auf und stellte mich an der Schlange, hinten, an. Es ging langsam voran und während ich die Bilder und Skulpturen in der Kirche beobachtete, rasten meine Gedanken. Wie kann ich über die Sünden erzählen, damit es ehrlich rüber kommt? Aber wie kann ich auch über die Sünden erzählen, damit ich nicht zu viel Zeit beanspruche? Und wie, lieber Gott, darf ich die Sünden erzählen, damit der Priester nicht ganz in Verlegenheit kommt? Und dazu kämpfte ich mit meiner eigenen Schuld und Scham. Oh wie peinlich wird es! Ich schluckte alles fest runter, absolut entschlossen jetzt dies zu tun.

Ich war dann dran. „Bitte Vater, vergib mir denn ich habe gesündigt…“. Ich atmete tief ein, bereit alles zu erzählen, doch bevor ich fortfahren konnte unterbrach mich der Priester und setzte fort. Er legte die Hände auf mich und sagte, ich sei vergeben. Es war getan.

Ich ging langsam zurück zu meinen Platz und wusste, Gott ist eingeschritten. Mein Herz jubelte und mein Verstand wollte das aber noch richtig verstehen. Wie kam es dazu? Was sei passiert? Ich sag es euch. Ich hab durch ununterbrochenem Denken verpasst als der Priester vorher sagte, wer nicht offen alles erzählen möchte, möge direkt „Bitte Vater, vergib mir denn ich habe gesündigt“ sagen. Das war also reiner Zufall.

Nein, war es nicht. Ich sag es euch Leute, das sind solche kleine Wunder die tagtäglich geschehen, die wir so leicht als „Zufall“ abstempeln und Gottes Werk darin diskreditieren. Das Gefühl der Schuld und der Scham waren weg. Ich weiß, Gott hat mich während ich in der Schlange stand gehört. Ich wusste, dass er wusste wie bereit ich war meine Sünde vor dem Priester – entgegen meine Scham – zu beichten. Der Heilige Geist hat durch mich und durch den Priester gewirkt, dass der Priester, schneller als ich fortfahren konnte, mich unterbrach. So gnädig ist Gott, dass er mich – und vielleicht auch dem Priester – vom offenen Geständnis schonte.

Ich weiß, es klingt vielleicht so minimal. Ich hoffe jedoch, du glaubst mir und kannst deine Augen für die kleinen Wunder Gottes öffnen. Denn die sind da. Er ist da. Und ich gebe dir mein Word, meine Schuld und meine Scham was diese Sünden angeht, sind weg. Denn wenn Gott mich vergeben hat (und das spürte ich so deutlich an dem gesagten Bußgottesdienst), wer bin ich dagegen, um mich nicht zu vergeben? Dank Ihm, dank der Schuld und der Scham, bin ich zum besseren Menschen geworden.

Estrella Piechulek

Liebe, Wahrheit und Weisheit

Es geht um dich, deinen Gang und deinen Weg, aber auch um das Endziel. Es sind die Schritte und Momente dazwischen, die zählen und dich dahin führen. Verliebt im Leben! Millionenfach wurde mein Herz gebrochen, dann hat mich Gott gefunden und meine Liebe ist umso mehr gewachsen. Ich freue mich, euch in eurem Weg zu inspirieren.

Estrella Piechulek

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