Einer der für mich schwersten Lektionen im Leben ist, loszulassen und Gott mit Allem zu vertrauen. Wo ist denn die Grenze zu unsere Handlungsmöglichkeit und sogar Handlungspflicht und das, das womit wir Gott bitten dürfen? Der Apostel Paul hat damals gesagt, „Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Philippians 4:6-7) und ich kann dir so viele Geschichten zur Kraft des Gebetes erzählen.
Hier ist einer. Es sind keine Geschichten von riesigen Wunder, schwebende Menschen oder Übernatürliches. Nein, es sind tatsächlich die kleinen Sachen, die geschehen jeden Tag in kleinen Formen! Selbst das Dach über deinen Kopf (falls du einen hast), oder die tägliche Mahlzeit, in allem steckt Gott mit drin. Und genauso ist es für uns wichtig zu lernen, loszulassen. Wir können nicht alles selbst lösen. Wir KÖNNEN es einfach nicht. Also lasst diese Sorgen, bring sie zu mit Dank vor Gott!
„Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Philippians 4:6-7)
Ein Haus, keine Käufer
Nun zur Geschichte. Während meiner Maklertätigkeit, gab es ein wunderschönes Haus das leider aufgrund einer Trennung in den Markt kam. Das Haus war neuwertig, modern, energetisch zukunftsträchtig, absolut hochwertig und die Nachbarschaft wundervoll, familienfreundlich und sehr höflich. Es kam nun leider auf dem Markt, als die Zinslage sich extrem verschlechterte und stand ein Jahr lang auf dem Markt bevor ich ihn übernahm. Als ich ihn übernahm, blieben die Zinsen weiterhin sehr hoch und, um die Situation schwieriger zu machen, wurde die Straße direkt vor dem Haus gebaut .
Das heißt, dass ich über den Sommer keine Besichtigungstermine mehr anbieten konnte (das Haus war wirklich schwer zugänglich) und im Winter kamen wenige Anfragen. Im neuen Jahr wurde der Preis erheblich reduziert mit der Hoffnung es zu verkaufen. Doch die damaligen Interessenten waren nicht mehr interessiert. Die Lage wurde kritisch. Dem Eigentümer, der von seiner ehemaligen Frau (damals Miteigentümer) mit den Schulden alleingelassen wurde, drohte nun Zwangsvollstreckungsmaßnahmen da er der Finanzierung nicht hinterherkam.
Also hatten wir nun ein sehr teures Haus in einer schönen Nachbarschaft, der unter seinem Wert zum Verkauf stand und ein Eigentümer, dessen Leben gerade auseinanderfällt. Was konnte ich tun außer mich an Gott zu wenden? Denn Gott arbeitet, während wir schlafen. Und für Gott ist nichts unmöglich. Warum will keiner dieses Haus? Ich betete, nicht weil ich meinen kleinen Anteil der Provision dafür wollte, sondern weil ich dem Eigentümer eine Befreiung vom Leid wünschte. Frühling. Der Preis wurde nochmal reduziert.
Ich werde getestet
Ein paar Interessenten meldeten sich und ich bat wie gewohnt Besichtigungstermine an. Nach einer der Termine traf ich auf einer der Nachbarn an und wir kamen ins Gespräch. Er erzählte wie schlecht das Haus sei, ob ich davon was wüsste? Nein, sagte ich. Nun listete er einige Sachen auf, die Wärmepumpe sei falsch aufgestellt, die Abwasserkanäle defekt und der Hang wäre eine Gefahr. Völlig alarmiert, kontaktierte ich meine Chefin und erzählte ihr alles. Ob ich dieses Gespräch vergessen könne, fragte sie. „Auf gar keinen Fall!“, dachte ich und sagte nur, dass ich mich der Tatsachen weiter informieren werde.
Natürlich war es ihr Interesse, aus der Haftung zu kommen, so läuft das Geschäft. Währenddessen werden meine Werte getestet. Nicht lügen, nicht betrügen und Gutes tun. Das Gebot „Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen“ aus dem Alten Testament ist das achte Gebot der Zehn Gebote und absolut unumgänglich. Wie kann ich dem Eigentümer beim Kauf unterstützen, und den Interessenten die Wahrheit erzählen ohne dabei meiner Chefin und ihrer Firma in den Rücken zu fallen?
Wie kann ich dem Eigentümer beim Kauf unterstützen, und den Interessenten die Wahrheit erzählen ohne dabei meiner Chefin und ihrer Firma in den Rücken zu fallen?
Mir war klar, dass ich eventuell gekündigt werde wenn ich mich weigere zu lügen. Das war für mich aber zweitrangig. Ich betete um Hilfe, um eine Lösung. Denn mir fiel nichts ein. Ich beschäftigte mich währenddessen mit Information. Ich informierte mich über die technischen Aspekte der Wärmepumpe (mein Hintergrund als Ingenieurin war sehr nützlich) und ich telefonierte mit sämtlichen Landesämtern, Bauämtern und Bauunternehmen um mich über die Situation vom Hang und des Abwassers zu informieren. Wer kennt schon das Labyrinth in der öffentlichen Verwaltung nicht? *zwinker*
Nach stundenlange Gespräche und Lesen, kam ich der Wahrheit näher. Der Hang sei unproblematisch, die Wärmepumpe ist regelkonform installiert worden. Puh, zwei Sorgen weniger über die ich die Interessenten informieren kann ohne sie vom Kauf zu entmutigen. Währenddessen erhielten wir die Bestätigung vom Eigentümer, dass er nichts über eine Abwasserproblematik wüsste…das war für meine Chefin genug um gewissensfrei das Haus zu verkaufen. Doch mir war es nicht genug. Was ist die Wahrheit und wie gebe ich die Information weiter?
Ich betete für den Eigentümer, für den Interessenten, für die Nachbarschaft, für die Firma meiner Chefin, für meine Chefin und für das Haus. Ich betete auch für mich. Wie komm ich aus dem ganzen Schlamasel raus?
Gottes Lösung
Meine Chefin rief mich eines Tages an. Was sei geschehen? Während ich schlief hat Gott ein kleines Wunder vorbereitet.
Ein seriöser Interessent habe bei der Stadt angerufen und wollte sich über das Objekt anderweitig informieren. Die Stadt informierte ihn über die Abwasserproblematik und zugleich über Anrufe anderer Interessenten. Wundervoll, dachte ich! Ich musste nicht im Rücken meiner Chefin fallen, der Interessent wurde informiert. Aber, weißt du was noch krasser ist? Der potentielle Käufer wurde nicht vom Kauf abgeneigt, wie ich befürchtet hatte, sondern sogar mehr motiviert!
Zudem hatte der ehemalige Bauherr in der selben Woche eine schriftliche Bestätigung eingereicht, dass die Abwasserproblematik kostenfrei erhoben wird. Wann, wollte ich wissen. In den nächsten zwei Wochen. Ich glaubte meine Ohren nicht. Problem gelöst.
Haus wurde verkauft. Verkäufer, Käufer, Chefin, Nachbarn, alle glücklich. Ein Zufall, könnt ihr denken. Aber nein. Gott hat unsere Gebete gehört und so gut und allwissend ist er.
Während ich schlief hat Gott ein kleines Wunder vorbereitet.






