Allgemein, Liebe

Bedingungslose Liebe

Jede Partnerschaft, jede Beziehung ist dein Spiegel. Ausnahmslos.

Ob es etwas ist, dass wir an uns selbst akzeptieren oder ändern sollen, das ist Teil des Spiels des Lebens. Aber was alles verbindet ist, die Liebe. Die bedingungslose Liebe, zu uns selbst und (daraus resultierend) zu Anderen.

Ein hohes Ziel und ich denke, einer der größten Gründe warum wir in ein Menschenleben geboren werden (und es so wollten). Denn das Leben besteht aus Polaritäten, aus der empfundenen Dualität, aus „Gutem“ UND aus „Schlechtem“. Und ALLES zu sehen, zu akzeptieren und zudem in die bedingungslose Liebe zu gehen, DAS ist … Erleuchtung?

Es ist verdammt schwer, finde ich, die Balance zwischen Selbstliebe und Liebe zum anderen zu finden. Liebevoll deine Grenzen zu halten. Denn wir brauchen Grenzen um uns zu schützen, oder?

Wenn dein Partner dich anschreit, weil du ihn gekränkt hast, dir den Rücken zuwendet und stampfend geht. Wenn er daraufhin dich anschweigt und jeder Versuch deinerseits wieder Verbindung zu suchen, blockiert. Wenn er dir dann beichtet, dass er hin-und-hergerissen ist, nicht weiß ob die Beziehung noch Sinn macht, dass er allein sein möchte, dass er Angst hat, dass du gehen sollst… Ist dies die Zeit zu gehen? Gehst du? Es scheint als würde die Mehrheit JA sagen.

Ich war in solchen Situationen. Und nicht nur in einer Beziehung sondern in mehreren. Ergo, da ist etwas das in MIR ist. Etwas, das ich noch nicht gelöst habe. Auf dieser Basis beziehen sich auch meine später aufgeführten Erkenntnisse. Beim letzten Mal dieser Situation, meine Gedanken:

  1. Ich liebe und respektiere mich zu sehr um mich so behandeln zu lassen, schreien und stampfen ist keinen Weg Konflikt zu lösen. Ich hab besseres verdient. Ich sollte also gehen.
  2. Er will, dass ich gehe. Er ist sich unsicher. Ich habe verdient, dass jemand WEISS was er an mich hat und mich wählt. Zu mir steht. Im schlechten und im guten und nicht immer aufgibt. Wenn er mich weghaben will, dann soll ich auch gehen.
  3. Seine Wünsche sollen respektiert werden. Das ist auch eine Form der Liebe. Wenn er alleine sein möchte, dann soll ich ihn den Abstand geben, den er braucht. Auch wenn er gerade etwas unentschlossen wirkt.
  4. Ich verursache anscheinend sehr viel Leid. Und ich lieb ihn so sehr, ich wäre bereit loszulassen wenn es ihn dabei besser geht
  5. Ich selbst war auf der anderen Seite dieser Dualität, war schon mal im dunklen Loch und habe meine Partner weggeschickt, obwohl ich nur mit ihm sein wollte. Und die sind irgendwann berechtigterweise gegangen, was mich natürlich umso mehr gekränkt hat. Auch die „Härteren“, die mich auf Zwang umarmt hatten, habe ich irgendwann mit Worten so verletzt. Ich war dann tatsächlich allein und der Schmerz umso reeller. Kann es sein? Vielleicht ist seine Situation jetzt dieselbe. Wenn dies ein Spiegel ist, dann manifestiert sich das gerade vor meinen Augen. Ist dann die Form der Selbstliebe tatsächlich das Gehen?

Wenn ich den letzten Gedanken etwas ausführen darf, ich bin ein guter Mensch und wollte nichts Weiteres als jemand der zu mir steht. Sicherlich liegt das mit meiner Kindheit zusammen, aber dazu habe ich noch keine tiefere Erkenntnisse gewonnen. Ist vielleicht auch zu diesem Zeitpunkt gar nicht so wichtig zu wissen. Wichtig wäre das Hauptbedürfnis, das in mir steckt: auch in schlechten Zeiten gewollt und geliebt zu sein anstatt bestraft und getrennt. Auch wenn ich abstoße, soll der Andere bei mir bleiben. Das wäre DER Beweis, dass ich es Wert bin. Und desto schlimmer ich mich verhalte, desto mehr bedeutet es, desto größer ist die Liebe, wenn er bleiben würde.

Zur Gleichen Zeit aber, bin ich mir jedoch doch so viel Wert, dass ich mir das nicht antun möchte. Also, in der Rolle meiner damaligen Partner bin und irgendwann entscheiden muss, ob ich gehe. Auch wenn die Liebe da ist. Weil das doch Selbstliebe ist. Oder?

Dass das ein ungesundes Muster ist, ist unbestritten…das ist jedoch nicht der Punkt dieses Artikels. Erkennt ihr die Polaritäten? Die entstandene Dualität??

Selbst wollen, dass jemand zu mir steht, auch in meinen schlechtesten Phasen. ABER gleichzeitig mich als zu wertvoll oder perfekt zu sehen, um das beim anderen aushalten zu müssen??

Erkenntnis: in diesem Moment erlebe ich mein Spiegel. In diesem Moment habe ich die Chance in die bedingungslose Liebe zu gehen. Mir gegenüber. Ihn gegenüber. Meine nicht-so-hilfreichen Muster erkennen und beginnen zu lösen. In seinen Wirbelsturm der Baum mit starken Wurzeln sein.

Zwischengedanke: das ist aber die Aufgabe des Mannes (hast du nicht „Women are from Venus and Men are from Mars“ gelesen?). Er sollte MICH halten. ICH darf der Chaos sein. Er sollte MICH halten.

Erkenntnis: noch eine Polarität. Im Endeffekt sind wir alle Träger männlicher und weiblicher Energien. Ganz unabhängig vom Geschlecht haben wir die Möglichkeit an den Stärken (und Schwächen) beider Energien BEWUSST anzuzapfen. Wie cool ist das denn?

Klar, ich empfinde mich mehr als Frau, liebe mein Weiblichkeit und möchte auch eher der Chaos sein als die Ordnung. Mein idealer Partner wäre genau das Gegenteil, eher männlich und mehr Ordnung als Chaos. Aber es ist klar, dass dies in Realität eine sehr gemischte Angelegenheit sein wird. Kann sein, dass er trotzdem eher der Desaster mit Wäsche ist und ich hinter ihn aufräumen muss. Denk an das GROSSE BILD.

Jetzt wandern meine Gedanken weiter. Zurück zum Thema.

Gerade erlebe ich mein Spiegel. Meine empfundene Dualität. Wie schaff ich beide Polaritäten in mir zu integrieren? Verbindung zu schaffen? Den ersten Schritt zu machen um das Thema zu lösen? Denn was ich bisher tat, zu gehen, hat offensichtlich langfristig nichts verbessert.

Also was machte ich? Ich blieb da. Ich blieb als Fels. Liess die Worte vorbei gehen, ließ ihn sein Prozess durchmachen. „Ja, wenn du mich nicht haben möchtest, gehe ich gerne. Weiß aber, dass ich hier mit offenem Herzen für dich da bin. Ich bleibe hier und ich liebe dich“ Und wenn es sehr weh tut, tatsächlich vielleicht erstmal ein bisschen Zeit vergehen lassen, bevor ich antworte. Damit ich wieder mit meiner bedingungslosen Liebe antworten kann. Und die bedinungslose Liebe mir gegenüber ist mir keine Scham, Schuld oder sonst noch etwas einzureden. Klar, hat in jeder Situation jeder was beigetragen. Auf die konstruktive Sichtweise kommt es an. Wir sind aufgrund dieser Fehler keine Schwerstverbrecher und immer liebenswert!

Ein Teil von mir ist sich noch etwas unsicher, ob das der tatsächliche Weg ist. Wie vieles kann man das gar nicht pauschalisieren. Und es ist sitationsabhängig. Aber vielleicht befindet ihr euch gerade in so einer ähnlichen Situation. Ich kann nur für mich sagen, allen Partnern die gegangen sind, bin ich sehr dankbar. Das waren für mich die härtesten Zeiten, Krisen aus denen ich stärker geworden bin. Herzschmerz der mein Herz zu mehr Liebe motivierte. Ja, dass die gingen war richtig. Wären sie geblieben, wäre das sicherlich auch richtig gewesen. Allerdings wenn ich mir das überlege, jeder darauffolgende Partner passte auch sehr gut zu mir und hatte mich zur weiteren Entwicklung geführt.

Alles geschieht aus gutem Grund. Und hätte ich diese Erkenntnis nicht mit diesem Partner erhalten, dann vielleicht beim Nächsten. Vielleicht ist dieser jedoch der, mit dem ich den Rest meiner Tage das Leben genießen darf. Wer weiss es. Interessant finde ich, dass ich seit diesem Erlebnis irgendwie loslassen kann, ich spüre als ob meine Mission beendet sei. Ich kann gehen, ich bin bereit für die nächste Entwicklung, auch für Trennung. So eine Art „mini-klick“. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht.

Ich hoffe die Haupterkenntnis ist klar geworden. Selbstverständlich sage ich nicht, dass ihr mit einem Partner bleiben sollt, der euch in den Ruin treibt. Aber manchmal wird man genau mit so einer Beziehung konfrontiert, um seinen eigenen Wert zu erkennen und die innere Kraft zu aktivieren, um zu gehen. Um innerlich sich so weit zu entwickeln, dass man im Nachhinein den nicht mehr attraktiv finden. Dass man im Nachhinein versteht, da war weder wahre Selbstliebe noch Liebe zum anderen im Spiel. Es ging um Scham, Hass, Schuld, Angst…

Natürlich ist es auch nicht so, dass wir immer zu diesen manipulativen Strategien verfallen möchten um das zu erhalten was wir von anderem brauchen. Auch wir möchten wachsen und besser werden. Die Sprache der Liebe lernen zu kommunizieren. Damit liebevoll umgehen zu können, wie in diesem Beispiel, ist aber denke ich ein Schritt in diese Richtung. In die Heilung.

Denn genau darum geht es. Die Liebe. Die bedingungslose Liebe. In der Beziehung zu uns selbst und in der zu anderen. Doch es fängt immer mit uns selbst an. Wir haben es in der Hand eine ganze Kettenreaktion der Heilung zu starten.

–♡–

Hier kann ich warmherzig folgendes empfehlen:

Buch Men are from Mars, Women from Venus von John Gray (super um die cliché Unterschiede zwischen Mann und Frau bzw. männlich und weiblich zu verstehen, sehr lustig geschrieben, ich hab mich auf jeden Fall besser verstanden)

YouTube Kanal von Matthew Hussey (Ich finde er findet eine gute Balance für gesunde Liebe und Grenzen. Wann ist es Zeit zu gehen?)

Video von Teal Swan (Projektionen erkennen)

–♡–

Für weitere Erkenntnisse schaut gerne an meinem anderen Beitrag Toxische Beziehungen–Fluch oder Segen?

Estrella Piechulek

Liebe, Wahrheit und Weisheit

Es geht vorrangig um dich, deinen Gang und deinen Weg, nicht um das Endziel. Es sind die Schritte und Momente dazwischen, die wirklich zählen. Verliebt im Leben! Millionenfach wurde mein Herz gebrochen, meine Liebe ist umso mehr gewachsen. Ich freue mich, euch in eurem Weg zu inspirieren.

Estrella Piechulek

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